Chief Animal Officer #2

Die Entscheidung war also gefallen. Ein Hund muss her. Grundsätzlich ein Rassewelpe, da wir keine Zeit haben die Befindlichkeiten der bedauerlichen Tierheimbewohner zu analysieren und Therapien daraus zu entwickeln. Andere sehen das anders, und das ist gut so.

Ein Hund hat für uns eine Aufgabe und ist kein Partnerersatz oder Therapeut. In meiner (manchmal) analytischen Art habe ich dann mal ein Anforderungsprofil aufgestellt um daraus ein Businessmodell... stoooppp...

  • Größe: > 50cm Schulterhöhe
  • grundentspannt
  • keine Sportmaschine
  • kein übertriebener Schutzinstinkt
  • Hüteinstinkt, was bedeutet: Freundlich zu allen Kleintieren unseres Haushalts: Katzen, Hühner, Gästeterrorterrier
  • Kein Streuner
  • Menschenfreundlich, aber distanziert
  • Lernwillig
  • wenig/kein Beuteinstinkt

Ein Rassehund deshalb, weil dort die grundsätzlichen Anlagen in den Genen verankert sind.

Ein Welpe deshalb, weil wir ihn prägen wollen. Da es ein großer Hund wird, geht auch eine große Verantwortung damit einher, da große Hunde großen Schaden anrichten können, im Gegensatz zu kleinen Hunden, deren Schaden normalerweise recht begrenzt ist, wenn es mal schiefgeht.

Einen ganz guten Hundetest gibt es hier.

Die Theorie, die ich bis gestern hatte, war: Große Hunde sind besser erzogen. Im Allgemeinen ja. Im Speziellen erlebt man dann Pärchen, sie schwanger, mit einem 9 Monate alten Riesenschnauzer, der sich rüpelig benimmt und nichts anerkennt und jegliche Unterordnung vermissen lässt (was bei DER Rasse wichtig ist, weil sie immer wieder wissen wollen, wer der Rudelführer ist). Schade, ein tolles Tier aber schon ziemlich verkorkst. Ein Hundetrainer und Herrchen mit Konsequenz können es noch hinkriegen.

Nachdem wir die Kriterien hatten, haben wir uns mal die Kategorisierung der FCI angeschaut. Die [FCI] ist die Féderation Cynologigue International, eine Organisation unter der alle nationalen Hundeverbände zusammengefasst sind. Der deutsche Ableger ist der Verband für das Deutsche Hundewesen, kurz VDH.

Die haben ein vollständiges Rasselexikon mit den Standards, Ansprüchen und Charaktereigenschaften aller von ihnen "betreuten" Hunde. Ein guter Einstieg für den Anfang.

Wir wussten was wir nicht wollten:

  • Keinen Jagdhund. Merke: Je länger die Schnauze desto besser ist er zur Jagd geeignet
  • Keinen Terrier. Terrier gehen immer bis zum Ende und sind fürchterlich aktiv. Muss man mit 50+ nicht haben. Man muss seine Grenzen kennen.
  • Kein Rottweiler, kein Schäferhund: Zu Besitzergreifend, exclusiv
  • Kein Windhund, zu filigran

Da ich früher mit Leonbergern groß geworden bin haben wir uns mal die FCI Klasse 2 "Pinscher und Schnauzer - Molosser - Schweizer Sennenhunde" angeschaut.

Da kamen wir dem Ziel schon ein wenig näher.

Was ich damit sagen will: Bevor man sich einen Hund anschafft, sollte man sich überlegen warum. Hunde lieben uns NICHT, Hunde wollen Teil eines Rudels sein und Sicherheit haben.

Was man auf keinen Fall tun sollte:

  • Zu einem zufälligen Züchter gehen, der gerade Welpen hat. Welpen sind immer süß. Wenn dann Frau und Kinder dabei sind ist es gelaufen.
  • Keine süßen Welpen aus Ebay Kleinanzeigen.
  • Keine süßen Welpen aus Ebay Kleinanzeigen.
  • Keine süßen Welpen aus Ebay Kleinanzeigen.

Was wir getan haben:

  • Schaut Euch mehrere Züchter an, besucht sie. Auch Hundeschauen sind ein Erlebnis und man kann alles sehen und fragen. Seriöse Hundezüchter haben kein Problem damit wenn man sie besucht. Und wenn es zu "problematischeren"/anspruchsvolleren Rassen kommt, wo viel Wissen und Zeit erforderlich ist, wird der Züchter sich seine Kunden auch aussuchen.
  • Wenn man sich dann für eine Rasse und einen Züchter entschieden hat, sollte man nicht erwarten, dass er sofort einen Welpen hat. Ein Züchter ist kein Applestore. Geduld ist gefragt. Hunde werden typischerweise im Mai und November trächtig. Dann 60 Tage bis zur Geburt und dann nochmal mindestens 8 Wochen bis zur Abgabe.
  • Geduld, Geduld, Geduld.
  • Kalkuliert Eure Lebensumstände, soweit das möglich ist. An einen Hund bindet man sich 10-15 Jahre, bei Bordeauxdoggen leider nur 6.
  • Preise: "Beim Züchter" investiert man ab 900€ je nach Rasse aufwärts. Bei Modehunden wie "Französische Bulldogge" auch gerne mal 2.000€ und mehr. Klar gibt es auch beim seriösen Züchter Nieten. Aber in jedem Fall gibt es einen schriftlichen Vertrag mit Gesundheitsgarantie. Was ihr hier nicht investiert kann man oft hinterher als Vielfaches beim Tierarzt investieren.
  • Bei der Welpenauswahl gibt es auch Kriterien, normalerweise kann man die Welpen ab der 4en Lebenswoche besuchen. Idealerweise nimmt man nicht den letzen Welpen. Ein guter fragt auch das Anforderungsprofil ab und berät fair.